Briefwechsel zu Nebenwirkungen einer Chemotherapie

· 21. Juli 2010   - 

Sehr geehrter Herr Stolpe,
bitte entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen einfach so – diese Mail schreibe.
In einer Zeitschrift las ich über Ihre Krebserkrankung und den damit zusammenhängenden Nebenwirkungen durch die Chemotherapie, speziell Neuropathien. Ich – selbst seit 1 1/2 Jahren an Krebs erkrankt – habe Chemo im letzten Jahr bekommen und seitdem leide ich sehr unter den o.g. Nebenwirkungen an Händen und Füßen. Nun meine Frage an Sie: haben Sie diesbezüglich persönlich positive Erfahrung mit irgendeiner Behandlung gemacht? Wenn ja, wären Sie bereit mir diese weiterzugeben? Laut Auskunft der Ärzte kann man angeblich nichts machen, man muss nur abwarten!? Aber ich denke vielleicht kann man ja selbst doch etwas zur Linderung beitragen, nur was?
Wenn es Ihre kostbare Zeit erlaubt, wäre ich Ihnen für eine Antwort dankbar.

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Gattin grüße ich Sie herzlich
Frau …

Sehr geehrte Frau …,
herzlichen Dank für Ihre Nachricht mit der Beschreibung der Nebenwirkungen Ihrer Chemotherapie.

Ich habe ähnliches erlebt. Hände und Füße waren monatelang hochempfindlich, brannten und häuteten sich immer wieder. Die Nägel brachen ab. Ich habe die Haut mit Basodexan-Salbe und Linda-Fett behandelt, trug weiße Zwirnhandschuhe und kaufte mir sehr weite und weiche Schuhe. Dennoch war jeder Handgriff und jeder Schritt eine Plage. Doch schon in den dreiwöchigen Pausen der Chemotherapie traten Erleichterungen ein.

Nach dem Absetzen der Chemotherapie wegen Leberresektion verschwanden langsam die Nebenwirkungen. Jedoch auch heute, nach 20 Monaten habe ich an Händen und Füßen noch ein etwas taubes Gefühl. Ich bin mir nicht sicher, ob da jemals verschwindet.

Ich hoffe sehr, dass Ihre Nebenwirkungen der Chemotherapie erträglich sind und wünsche Ihnen Mut und Gelassenheit in Ihrem Kampf gegen den Krebs.

Mit freundlichem Gruß
Manfred Stolpe