Seit 60 Jahren reise ich durch das Land Brandenburg. Besonders die Dörfer haben es mir angetan. Sie sind sehr unterschiedlich. Es gibt Straßendörfer, Runddörfer, Haufendörfer, äußerlich reiche und arme Dörfer. Doch ein Merkmal haben sie fast alle: ihr Kirche. Weiterlesen

Rede anlässlich des „Weihnachtsplausch“ vor dem  Rotary Club Berlin im Schloss Köpenick am 14. Dezember 2015 Weiterlesen

23. September 2015 – es gilt das gesprochene Wort Weiterlesen

Als am 9. Mai 1688 am hellen Tage die Stadttore verriegelt und die Berliner durch ihre Meter hohe Mauer von der Außenwelt abgeschlossen wurden, ahnten viele, dass der Mann gestorben war, der schon zu Lebzeiten „der Große Kurfürst“ genannt wurde. Weiterlesen

„Frieden im Land“ – Veranstaltung der Städte Guben und Gubin am 8. Mai 2015

Der 8. Mai ist ein gut gewählter Tag für Ihre Veranstaltung „Frieden im Land“.  Deshalb bin ich gern Ihrer Einladung gefolgt, heute zu Ihnen zu sprechen. Weiterlesen

In meinen 30 Jahren im kirchlichen Dienst habe ich hautnah viele Bischöfe kennengelernt. Das waren sehr unterschiedliche Menschen. Ich erlebte starke Führungspersönlichkeiten, furchtlose Kämpfer, selbstbewusste Patriarchen, geschickte Diplomaten, einfühlsame Seelsorger und mitreißende Propheten. Allen gemein war, dass sie sich der besonderen Würde des Bischofsamtes bewusst waren und das auch deutlich machten. Weiterlesen

Herzlichen Dank für die Einladung zu Ihrer Geschichtsbörse, Herr Dr. Winkler. Wie Sie wissen, komme ich immer gerne in Ihr Haus, dessen Arbeit ich sehr schätze.

Ich schätze Ihre Arbeit und auch die Arbeit der Landesgeschichtlichen Vereinigung deshalb, weil sie Antworten geben auf die Frage, wer wir sind, was wir waren und woher wir kommen. Oder anders gesagt: warum die alte märkische Geschichte für unser Land Brandenburg so wichtig ist. Weiterlesen

Ich bin auch gekommen, weil mir als Zeitzeuge sehr daran liegt, die Bedeutung von Zossen-Wünsdorf bei der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung zu erinnern.

Vor 25 Jahren hat das Volk der DDR sein Selbstbestimmungsrecht wahrgenommen, dadurch die deutsche Einheit ermöglicht und die Rückgabe der Souveränität an Deutschland durch die Siegermächte bewirkt.

1989 brach sich die Unzufriedenheit der DDR-Bevölkerung Bahn. Die Forderungen nach Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Mitbestimmung, eine unabhängige Gerichtsbarkeit und eine effektive Wirtschaft wurden unüberhörbar. Von September bis Dezember 1989 gingen von Rostock bis Plauen, von Halberstadt bis Zittau jeden Montag Hunderttausende mit der Forderung nach einer besseren DDR auf die Straße. Und auch in der Zossener Dreifaltigkeitskirche sammelten sich viele Menschen zum Protest. Weiterlesen

Sie haben mich gebeten, heute an dem Tag, an dem Peter Macke 75 Jahre alt geworden wäre, zu seinen Ehren und zu seinem Gedenken zu sprechen.

Ich tue das mit großer Dankbarkeit für das was Peter Macke seit Anfang 1991 in seinen verschiedenen Funktionen – zunächst im Justizministerium, dann als Präsident des Verfassungsgerichts sowie des Oberlandesgerichts für den Aufbau der rechtsstaatlichen Justiz in Brandenburg geleistet hat. Weiterlesen

Es war eine sehr mutige und sehr richtige Entscheidung 1994 das Ökumenische Europa-Centrum zu gründen. Die Vision in der Grenzstadt Frankfurt (Oder), die Friedens-und Versöhnungsarbeit zu stärken und den verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten zum Ausbau der Nachbarschaft mit Polen eine grenzüberschreitende ökumenische Struktur hinzuzufügen, fand breite Zustimmung. Doch es war nicht einfach, für die nötige Tagesarbeit christlich orientierte Menschen zu finden und die erforderlichen Finanzen zu erschließen. Das schreckte die Gründungseltern der OEC nicht ab. Allein voran Christoph Brückhoff, der zu einem unermüdlichen Motor des Projektes wurde.

Frankfurt (Oder) hat wegen seines geografischen Standortes und seiner Geschichte eine besondere Herausforderung, aber auch Chance eine Brückenfunktion zu Deutschlands östlichen Nachbarn wahrzunehmen. Eine deutsche Stadt an der Grenze zum östlichen Europa kann Festung der Abgrenzung und des Schutzes von Polen und Russen sein. So wie in den letzten Wochen des Weltkrieges hier versucht wurde, die Befreiung vom Nazisystem zu verhindern. Und, in den 80iger Jahren für die Abgrenzung zur polnischen Solidarność-Reformbewegung versucht wurde. Vergeblich, denn der Veränderungswille war nicht aufzuhalten und über Frankfurt (Oder) sickerte er in der DDR ein und gab dort eine starke Motivation zum Umbruch der Verhältnisse bis hin zur Zustimmung der polnischen Regierung zur Wiedervereinigung Deutschlands.

Das 1990 wieder geborene Land Brandenburg hat die gute Nachbarschaft zu Polen als Verfassungsauftrag festgeschrieben und Frankfurts Brückenfunktion unterstützt. Die Verkehrsinfrastruktur wurde ausgebaut. Soweit irgend möglich ist die Wirtschaft gefördert worden. Die Universität wurde gegründet und von Anfang an auf grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit orientiert. Der Katastrophenschutz, insbesondere zur Hochwasserabwehr wurde stark verbessert und die polizeiliche Zusammenarbeit zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität wurde praktiziert und jetzt mit einem Staatsvertrag verbindlich gemacht.

Deutsch-polnische Schulpartnerschaften wurden gefördert. Sie stellen heute im Vergleich zu anderen Bundesländern, die dichtesten polnisch-deutschen Beziehungen. Kommunale deutsch-polnische Partnerschaften sind fast flächendeckend in Brandenburg entstanden.

In der kulturellen deutsch-polnischen Zusammenarbeit hat Frankfurt (Oder) eine Spitzenfunktion. Die großen Möglichkeiten nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union wurden vielfach genutzt.

Diese Entwicklung wurde vom Ökumenischen Europa-Centrum Frankfurt (Oder) begleitet und verbreitet. Christen in dieser Stadt nahmen die Aufgabe an, Menschen zum besseren Verständnis und gemeinsamen Handeln zusammenzuführen. Menschen mit unterschiedlichen Glaubens-und Wertvorstellungen, verschiedenen Konfessionen und politischen Überzeugungen sind aufgerufen, Friedens- und Versöhnungsarbeit zu praktizieren und die Brückenfunktion der Stadt auf deutscher Seite anzunehmen und mit Partnern aus Polen und Osteuropa zu gestalten. Das geschieht in Gesprächsangeboten und Konferenzen, aber auch zunehmend durch gemeinsame Aktivitäten.

Besonders hervorzuheben ist der deutsch-polnische Pilgerweg auf der historischen Verbindung von Magdeburg nach Gnesen, der an die 1.000 jährige geistliche Verbundenheit anknüpft. Die Friedenskirche als Pilgerzentrum und Info-Point gewinnt zunehmend an Bedeutung und bedarf der weiteren baulichen Entwicklung.

Die Grenzgespräche bringen Protestanten und Katholiken aus Deutschland und Polen zusammen und behandeln ökumenische, deutsch-polnische und gesamteuropäische Themen. Theologische Fragen waren immer dabei, aber auch Lebensfragen und gesellschaftliche Probleme bis hin zur Erörterung der Grenzkriminalität. Als Referenten konnten hoch kompetente Fachleute aus Deutschland und Polen gewonnen werden. Diese Arbeitsform unter Beteiligung von Menschen aus dem gesamtgesellschaftlichen Raum ist noch ausbaufähig.

Großes Interesse finden die ökumenischen Studien-Fahrten nach Wroclaw und Krakow, die Verständnis und Dialog fördern. Es würde dem Friedensauftrag dienen, wenn diese Aktivitäten verstärkt werden könnten. Keineswegs werden nur religiöse Themen behandelt, sondern es wird Verständnis für die Partner geweckt und die Verantwortung für Europa gestärkt. Das ist wichtige politische Bildung. Die jüngsten Ereignisse in der Ukraine und nationalistische Aktivitäten hierzulande zeigen die Dringlichkeit des Brückenbaus. Der Auftrag des Ökumenischen Europa-Centrums endet nicht an Polens Ostgrenze. Der OEC Frankfurt (Oder) kann seine Aktivitäten Richtung Ukraine und Russland weiter entwickeln.

Für die Durchführung der breiten Aufgabenstellung und deren Entwicklung wird die weitere Rekonstruktion der Friedenskirche mit verbesserten Begegnungsmöglichkeiten nötig. Ich hoffe, dass kirchliche und staatliche Instanzen diese Herausforderung erkennen und unterstützen.

Die Gründung des Ökumenischen Europa-Centrums Frankfurt (Oder) war eine richtige Entscheidung. 20 Jahre erfolgreiche Versöhnungsarbeit belegen dies. Doch die Aufgabe bleibt und ich wünsche uns, dass auch weiterhin – durch das OEC Frankfurt (Oder) Verständigung, Versöhnung, Toleranz und Frieden in Mittel-Osteuropa gestärkt werden.