Meinung/ Leserbrief

· 22. August 2011   - 

Zu: „Der Bund der Vergessenden“ PNN 20.8.2011

Michael Wolffsohn fragt in seinem welthistorischen Blick auf den Brandenburger Weg, ob ich mich für meinen Glauben kreuzigen lasse. Das verletzt mich. Kreuzigen ist hierzulande nicht möglich. Es sei denn, man versteht jahrzehntelange Verleumdungen und Beleidigungen als moderne Form öffentlicher schmachvoller Hinrichtung.

Vieles kann ich ertragen, aber meinen Glauben hat noch niemand infrage gestellt. Selbst in der DDR-Diktatur wurde meine christliche Bindung nur selten als unnormal und dumm bezeichnet.

Ich weiß nicht, welchen Glauben Professor Wolffsohn bei mir erwartet. Mein christlicher Glaube will Friedfertigkeit und Gewaltvermeidung, Dialog statt Konfrontation, Aussöhnung statt Rache, Achtung der Menschenwürde und Respekt vor anderen Meinungen, Gerechtigkeit für die Menschen und die Natur. Dafür stehe ich und hoffe, dass mich niemand und nichts zwingen kann darin nachzulassen.

Manfred Stolpe

Stichworte: , , , , ,

Ein Kommentar → “Meinung/ Leserbrief”

  1. […] Auf den Vorwurf, ein Mitläufer und Mitmacher der DDR gewesen zu sein, reagiert Stolpe: Michael Wolffsohn fragt in seinem welthistorischen Blick auf den Brandenburger Weg, ob ich mich für meinen Glauben kreuzigen lasse. Das verletzt mich. Kreuzigen ist hierzulande nicht möglich. Es sei denn, man versteht jahrzehntelange Verleumdungen und Beleidigungen als moderne Form öffentlicher schmachvoller Hinrichtung. Vieles kann ich ertragen, aber meinen Glauben hat noch niemand infrage gestellt. Selbst in der DDR-Diktatur wurde meine christliche Bindung nur selten als unnormal und dumm bezeichnet. (manfred-stolpe.de) […]