Manfred Stolpe zum jüngsten „Spiegel“-Interview von Ministerpräsident Matthias Platzeck: Platzeck spricht aus, was viele denken. Einheit und Freiheit sind ein Glücksfall. Aber schon der Vergleich mit dem Beitrittsvertrag Saarland 1957 zeigt, dass 1990 im Beitritt der DDR die Sorge um Arbeitsplätze und Wirtschaftsstandorte grob vernachlässigt wurde. Statt dessen erfolgte eine Stilllegung von Betrieben, Arbeitsplätzen, Talenten, und hohe Soziallasten ließen die Kosten der Wiedervereinigung explodieren. Wer zum Einigungsvertrag nur jubelt, vertieft die gespaltene Erinnerungskultur und schadet dem Zusammenwachsen der Deutschen. Platzecks Interview sollte Anlass zu ehrlichen Diskussionen sein. Das wäre ein guter Beitrag zum Einheitsjubiläum.

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