Wie wir wurden, was wir sind: Vergangenheit und Zukunft der Integration in Brandenburg

· 7. März 2011   - 

„Deutschland und die Welt: eine internationale Konferenz zu Immigration, Integration und dem Bild Deutschlands in der Welt“
(Veranstalter: Institute for Cultural Diplomacy – ICD, Berlin)

 Vortrag zum Thema „Wie wir wurden, was wir sind: Vergangenheit und Zukunft der Integration in Brandenburg“

5. März 2011                                                                              

ICD House, Ku’damm Karree, Kurfürstendamm 207-208, 10719 Berlin

Nach fast zwei Konferenztagen zu Immigration und Integration ist hier schon viel über deutsche Realität und das deutsche Bild in der Welt diskutiert worden: vom Gastarbeiterland zur Parallelgesellschaft, vom Asylkompromiss bis zur Sarrazin-Kontroverse. All das prägt die aktuelle Debatte, aber es prägt nicht die Lebenswirklichkeit aller Deutschen in vergleichbarem Maße.

In den ländlichen Regionen Brandenburgs beispielsweise kennt man Phänomene wie die Rütli-Schule nur aus dem Fernsehen oder aus der Presse. Der „Ausländeranteil“ an der brandenburgischen Bevölkerung beträgt zwischen 1 bis 6 Prozent je nach Region, die höheren Quoten findet man nahe Berlin oder in den Städten. Nicht nur diese Brandenburger Zahlen unterscheiden sich von der Situation der großen deutschen Ballungsräume, sondern auch die Integrationsfragen, die wir uns zwischen Elbe und Oder stellen müssen. Darüber will ich heute zu Ihnen sprechen.

„Wie wir wurden, was wir sind“, heißt der erste Teil meines Vortrags und dafür möchte ich mit einem Ausflug in die Vergangenheit beginnen. Denn die großen Linien der Brandenburger Geschichte bis in die Gegenwart zeigen: Integrationserfolge wurden maßgeblich davon bestimmt, wie stark die Identifikation der Bevölkerung mit dem war, was man gemeinhin als „Heimat“ bezeichnet. Ob Heimat nun eher kulturell oder staatlich definiert wurde – Integrationsbemühungen hatten immer dann gute Ergebnisse, wenn die Brandenburger selbst ein klares und positives Bild von sich und ihrer Region vertraten.

Eines der besten Beispiele dafür ist das Potsdamer Toleranzedikt von 1685. Damals zeigte sich der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg – ein Calvinist in mehrheitlich evangelisch-lutherischer Umgebung – großzügig und erlaubte verfolgten französischen Protestanten die freie und sichere Ansiedlung.

Nach heutiger Lesart wäre das eine sehr geschickte Kombination von Asylpolitik und gesteuerter Einwanderung in den Arbeitsmarkt. Denn die Hugenotten sorgten bald für einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung ohne gleichen. Etwa 20.000 – das war viel im dünn besiedelten Brandenburg-Preußen! Diese Zuwanderer ließen sich in der Region nieder, genossen Privilegien wie die Befreiung von Steuern und Zöllen oder die Bezahlung ihrer Pfarrer durch den Kurfürsten. Das rief natürlich manche Ressentiments auf den Plan, aber stärker wirkte der Wunsch der Brandenburger Gesellschaft, von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Neu-Bürger zu profitieren: Seidenraupenzucht und Tabakanbau, französische Gymnasien und theologische Debattierklubs – all das gehörte bald wie selbstverständlich zum Brandenburger Alltag. Dass es auch zwischenmenschlich funktioniert haben muss, zeigen die vielen französischen Familiennamen aus dieser Zeit, die man noch heute in Brandenburger Telefonbüchern findet.

Wenn es einen Maßstab für Weltoffenheit gäbe, könnte man in der Brandenburger Geschichte viele Hinweise auf das obere Ende der Skala finden: Das bunte geistig-kulturelle Leben des 18. und 19. Jahrhunderts ist in vielen Büchern, Musik- und Theaterstücken konserviert. Und wer heute durch die preußischen Schlösser und Gärten streift, der spürt, dass man im alten Brandenburg „das Fremde“ oft als Bereicherung empfunden hat. In Potsdam entstand dank dieser Auffassung 1742 das sogenannte Holländische Viertel, die größte zusammenhängende Wohnanlage dieses Stils außerhalb von Holland. Und sie bot mehr Familien Platz, als bis dahin überhaupt von Holland nach Brandenburg eingewandert waren. Auch die zunächst weniger attraktiven Wohngegenden wurden von Migranten bevölkert. Im trockengelegten Oderbruch etwa ließen sich Zuzügler aus Sachsen und Hessen ebenso nieder wie aus der Schweiz und Österreich.

Genau diese Mischung hat Preußen stark gemacht! Es sind ja oft die berühmten Tugenden – Disziplin, Fleiß, Ordnung –, die zitiert werden, um den beispiellosen Aufstieg des preußischen Staates zur Weltmacht zu begründen. Wenn man aber hinter diesen Wertekanon schaut, dann wird schnell klar, dass er ohne die Jahrhunderte der Weltoffenheit kaum entstanden wäre. Viele Religionen, viele Sprachen, viele Einflüsse – all das hat eine enorme  Dynamik in die Schulen und Universitäten, in die Verwaltungen und schließlich in die Heeresführung gebracht.

Leider – wir alle kennen die Geschichte – ist diese selbstbewusste Haltung zur Hybris mutiert, die den Nationalsozialismus erleichtert hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Preußen ein Begriff, den man tunlichst vermied, und das Land Brandenburg geriet als Referenzgröße für „Heimat“ fast völlig in Vergessenheit. In der DDR wurden Bezirke gegründet – in unserem Falle Potsdam, Frankfurt(Oder) und Cottbus. Auf diese drei bezog man sich in den Geografiebüchern und Statistiken. Eine Identifikation mit der regionalen Geschichte war im Sozialismus weder gewünscht noch wurde sie von der Bevölkerung eingefordert. Von wem auch? Wenn man sich die damaligen Migrationsströme vor Augen führt, dann lautete die Hauptüberschrift für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts: „Entwurzelung“.

Das begann mit den rund 400.000 Vertriebenen, die zwischenzeitlich in unserer Region untergebracht waren und manchmal noch jahrelang hofften, wieder in ihre alte Heimat zurückkehren zu können. Ein Teil von ihnen fand Arbeit und eigenen Wohnraum, der weitaus größere Teil siedelte allerdings vor dem Mauerbau in die westlichen Besatzungszonen über.

Ab 1961 spielten Ab- und Zuwanderung bekanntlich eine hochgradig politische Rolle. Schon innerhalb der DDR versuchte man die Bevölkerungsverteilung planwirtschaftlich zu steuern. Heutige Brandenburger Industriekerne wie Schwedt oder Eisenhüttenstadt wurden quasi auf dem Reißbrett vom Landstädtchen zur sozialistischen Stadt neuen Typs entwickelt. In den sogenannten Wohnblocks waren die „echten Einheimischen“ in der Minderzahl gegenüber angeworbenen Kräften, etwa aus Rostock oder Karl-Marx-Stadt.

Hinzu kamen in den 70er und 80er Jahren Migrantinnen und Migranten, die nach Vorgaben des Zentralkomitees der SED auf die Bezirke verteilt wurden:

  • darunter Flüchtlinge, Verwundete oder Auszubildende aus Ländern wie Griechenland, Chile, Angola, Mosambik, El Salvador und Nicaragua,
  • und in größerer Zahl Vertragsarbeiter aus Vietnam, Kuba, Ungarn und Polen.

Über die jeweilige Rechtslage und die Integrationsbemühungen dieser Gruppen könnte man einen eigenen Vortrag halten. Da möchte ich nicht pauschal werden. Außerdem lässt sich der politische Umgang mit ihnen nicht unabhängig von der sozialistischen Ideologie und dem Ost-West-Konflikt bewerten. Eines ist jedoch unbestritten: Viele Brandenburgerinnen und Brandenburger erinnern sich heute leider nicht an geglückte Integration im DDR-Staat, sondern eher…

  • an separate und stigmatisierte Wohnheime der Migranten,
  • an junge Fließbandarbeiterinnen, die bei Feststellung einer Schwangerschaft sofort zurück ins Heimatland geschickt wurden,
  • oder an heimliche Anfeindungen auf dem Schulhof, denen die Kinder deutsch-kubanischer Verbindungen aufgrund ihrer Hautfarbe ausgesetzt waren.

Friedenstaube und versteckte Fremdenfeindlichkeit existierten im DDR-Staat manchmal dicht nebeneinander. Dass aber nach der Grenzöffnung 1989 offener Ausländerhass in unserem Landstrich hörbar wurde, ist vor allem den großen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen des Systemwechsels geschuldet.

Mir sind aus dieser Zeit zwei Schlüsselerlebnisse in Erinnerung, die die Brandenburger Identitätssuche und Integrationsschwierigkeiten Anfang der 90er Jahre beschreiben.

Zum einen war da die Geschichte mit dem Roten Adler, dessen Lied und Gestalt heute jedes Schulkind in unserer Region kennt. Als ich 1988 mit einem Adler-Aufkleber auf dem Auto durch unser Land fuhr, hielt man mich noch für einen Tirol-Fan. Denn dort ist der Rote Adler im Landeswappen. 1990 dagegen waren die Menschen auf Brandenburger Volksfesten schon sehr textsicher, wenn Adler und „märkische Heide“ inbrünstig besungen wurden. Offensichtlich hatte dieser Teil unseres kollektiven Gedächtnisses nur geruht, er war nie ganz verloren gegangen. Die alte Symbolik bekam in der Zeit des großen Umbruchs einen besonders hohen Stellenwert.

Auch wegen dieser positiven Erfahrungen, die mit der Deutschen Einheit und der Wiedergründung des Landes Brandenburg einhergingen, hatten viele der neuen politischen Amtsträger das Thema Ausländerfeindlichkeit zunächst kaum im Blick.
Das galt auch für mich. Erst 1992, bei meinem zweiten Schlüsselerlebnis, wurde mir bewusst, wie groß der Handlungsbedarf in Brandenburg tatsächlich war. Damals war ich in Sachsendorf, einem Ortsteil von Cottbus, zu Besuch und sah, wie Neonazis die Bewohner eines Asylbewerberheims anpöbelten und verfolgten. Dass ausgerechnet bei der jungen Generation das neue Brandenburger Selbstbewusstsein in solche Aggression gegen „Andere“ umschlagen könnte, hatte ich bis dahin nicht für möglich gehalten.
Natürlich wussten wir um die Stammtischgespräche mit Parolen wie „Ausländer nehmen uns die Arbeit weg“. Und natürlich kannten wir die Orientierungslosigkeit vieler Ostdeutscher, die in dieser neuen Bundesrepublik und im globalen Wettbewerb noch nicht angekommen waren. Aber dass wir von Gewaltexzessen wie im sächsischen Hoyerswerda nur einen – ganz bildlich – Steinwurf entfernt waren, ist mir an jenem Tag sehr klar geworden.

Viele von Ihnen im Publikum wissen, wie viel Zeit zwischen der Analyse eines Problems und dem Wirksamwerden politischer Maßnahmen liegen kann – gerade bei so vielschichtigen kulturellen Phänomenen wie der Fremdenfeindlichkeit. Das mussten wir auch im Land Brandenburg lernen. Neben dem Neuaufbau von Wirtschaft, Justiz und Verwaltung wurden nun Demokratieverständnis und Zivilcourage zu unseren wichtigsten Zielen. Schulen, Bildungsträger, Vereine und Verbände: alle mussten eingebunden, überzeugt und befähigt werden, um diese neue Brandenburger Gesellschaft mit zu gestalten. Die schwierige wirtschaftliche Situation in den 90er Jahren, die massive Abwanderung nach Westdeutschland und die Perspektive der EU-Erweiterung machten unsere Arbeit alles andere als einfach.

Als ich 2002 den Staffelstab an den neuen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck übergab, saß die DVU im Brandenburger Parlament und die Stammtische machten vor allem gegen unsere polnischen Nachbarn mobil. Erst 2009 – 20 Jahre nach dem Mauerfall! – haben es die Rechtsextremen nicht mehr in unseren Landtag geschafft. Das war die Bestätigung: Integrationspolitik braucht einen langen Atem! Aus den Netzwerken, die wir in den 90er Jahren angeschoben haben, ist bis heute ein breites Bündnis mit Koordinierungsstelle, Kooperationsvereinbarungen und vielen Aktivitäten im Lande gewachsen. Der Name dieses Bündnisses – „Tolerantes Brandenburg“ – erinnert an das Toleranzedikt früherer Zeiten und an ein Selbstverständnis unserer Region, das ich vorhin mit dem Begriff „Weltoffenheit“ beschrieben habe.

Daran können wir durchaus anknüpfen! Wenn man heute in unserer deutsch-polnischen Zwillingsstadt Frankfurt(Oder)/ Slubice unterwegs ist oder an Brandenburger Universitäten in der Mensa die Sprachen aller Länder hört, erlebt man Toleranz und Integration. Vielsprachigkeit findet sich übrigens auch in den Kantinen vieler Unternehmen und an beliebten Touristenzielen wie Sanssouci ja sowieso.

Wenn Sie mir einen kleinen Exkurs erlauben: Von der Beschaffenheit unserer Schlösser und Gärten lässt sich eine Analogie zu unserem Selbstbild ziehen: Als Preußen und Brandenburg während des Sozialismus verschwiegen wurden, waren auch die Bauwerke vom Verfall bedroht. Ihre Rettung seit 1990 war deshalb mehr als ein baulicher Kraftakt – es war die Rückeroberung eines Teils unserer Identität, ein Stück alte / neue Heimat!

Damit bin ich gedanklich im Brandenburg von 2011 angelangt und bei der Frage, wie es weitergeht mit unserem Selbstverständnis und unserem Integrationsbemühen. Wenn ich eine Überschrift für dieses neue Kapitel formulieren sollte, dann würde ich schreiben: Vielfalt erhalten und Veränderungen zulassen!

Unbedingt erhaltenswert ist in meinen Augen zum Beispiel die Lebenswelt unserer sorbischen Bevölkerungsgruppe in Brandenburg. Deshalb freue ich mich sehr über jede Initiative, jede bilinguale Kita und jedes Festival, die zum Fortbestand dieser besonderen Facette Brandenburger Identität beitragen. Ehrlich gesagt, kenne ich auch niemanden, der bei uns auf die schönen sorbischen Ostereier verzichten wollte.

Allerdings: Dieses Einvernehmen gilt nicht für alle Integrationsfragen. Das macht eine breite und zeitgemäße Debatte über unser Zusammenleben so wichtig, zum Beispiel im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Die Ängste und Vorbehalte rund um den Wegfall der Schengengrenze aber sind inzwischen überwunden. Im Schwedter Odercenter gehen heute polnische Einkaufsgäste mit der größten Selbstverständlichkeit ein und aus, sichern Umsatz und Arbeitsplätze in der Region.
Immer mehr unserer Nachbarn – zum Beispiel aus Stettin –kommen auch auf die Idee, sich gleich ganz auf der deutschen Seite der einstigen Grenze niederzulassen. In vereinsamten Brandenburger Ortschaften kaufen sie Häuser, sorgen so für junges Leben und eine Zukunft auf dem Dorf. All das war im Mai 2004 für viele nicht vorstellbar.

Genauso positiv überrascht werden wir vielleicht eines Tages sein, wenn wir an den Stichtag 1. Mai 2011 zurückdenken: volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa – wie oft und wie kontrovers haben wir darüber in den letzten Jahren diskutiert!

Experten zufolge wird der Zuzug in den Brandenburger Arbeitsmarkt überschaubar bleiben: 2.000 bis 3.000 Fachkräfte jährlich – sehr unterschiedlich auf die Branchen verteilt – prognostizieren aktuelle Studien. Um das zu erklären, genügt ein Blick auf die Statistiken: Das Lohn- und Preisgefüge bei unseren Nachbarn hat sich längst angepasst, und für junge hochqualifizierte Polinnen und Polen sind ganz Europa und auch Übersee attraktiv. Ein Mangel an IT-Spezialisten oder Ingenieuren wird sich also keineswegs automatisch durch Zuzug aus dem Osten erledigen. Wenn man die demografische Entwicklung in Brandenburg – also einen Bevölkerungsrückgang – noch einrechnet, klingen die Zuzugsprognosen schon fast verschwindend gering.

Deshalb überrascht es nicht, dass die regionale Wirtschaft auf die gezielte Anwerbung polnischer Fachkräfte setzt. So erschien Ende Januar die „Frankfurter Erklärung“, Titel „Arbeitnehmerfreizügigkeit – Chancen für Ostbrandenburg“, dazu eine beeindruckende Logo-Partnerschaft: der DGB Regionalverband, daneben die Stadt Frankfurt(Oder), die regionalen Wirtschaftskammern und Arbeitsagenturen. Und dann drei lesenswerte Seiten mit allen wichtigen Argumenten, die man zum Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit kennen sollte. Da ging es um…

  • eine „Willkommenskultur“ im gemeinsamen deutsch-polnischen Wirtschaftsraum,
  • um den Abbau von Sprachbarrieren und die Anerkennung ausländischer Zertifikate,
  • aber genauso auch um die Forderung an Wirtschaft und Politik, für Chancengleichheit und Fairness auf dem gemeinsamen Arbeitsmarkt zu sorgen.

Wenn ich solche Papiere mit den Diskussionen vergleiche, die wir noch in den 90er Jahren geführt haben, dann ist Brandenburg ein großes Stück vorangekommen: bei Selbst- und Fremdwahrnehmung gleichermaßen. Erinnern Sie sich vielleicht noch an den Frankfurter Brötchenkrieg? 1996 gab es eine polnische Bäckerin, die „auf deutschem Boden“ polnische Brötchen zu Tiefstpreisen anbot – Skandal, Skandal! Juristisch war die Frau im Recht, doch die Revolte der Öffentlichkeit gegen diese Dumping-Brötchen ließ sie schließlich entnervt ihr Geschäft aufgeben. Heutzutage ranken sich die heißesten Debatten darüber, wie die Kammern mehr Kooperationsprojekte und eine noch stärkere wirtschaftliche Verflechtung im Grenzgebiet fördern können. Die Zeit der „kleinen Brötchen“ ist definitiv vorbei.

Wie lässt sich dieser Wandel erklären? Zum einen sicherlich mit der positiven Gesamtentwicklung der Region: die Brandenburger Arbeitslosenquote ist die niedrigste seit der Wende, die Auftragsbücher der Betriebe sind nach der Weltwirtschaftskrise wieder gut gefüllt, und die Stimmung in den Unternehmen ist besser denn je. Was die wirtschaftliche Dynamik angeht, hält Brandenburg Spitzenplätze in deutschen und europäischen Rankings. Und beim Zukunftsthema Erneuerbare Energien haben wir sogar den „Leitstern als bestes Bundesland“ bekommen.

Ein Stern für die Heimat – solche Erfolge schaffen Selbstbewusstsein! Das ist der zweite wichtige Punkt. Man könnte auch sagen: Erfolg und Selbstbewusstsein sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, dann verwahren wir uns jetzt aber gegen jede Überheblichkeit und bleiben offen für alle, die uns auf diesem guten Entwicklungspfad begleiten wollen.

  • Zuwanderung in Zeiten des demografischen Wandels,
  • Zuwanderung von Fachkräften,
  • und Rückkehr von solchen Menschen, die in den angespannten 90er Jahren ihr Glück woanders gesucht haben,…

… all das werden brandenburgische Integrationsthemen der nächsten Jahre sein! Auch sie werden einen langen Atem erfordern.

Deshalb wünsche ich dem Land, dass es einen Satz von Theodor Fontane – unserem berühmten Heimatdichter – in die Tat umsetzen kann: „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser!“
Danke für Ihre Ausdauer, sehr geehrte Damen und Herren!

verfasst von Gundula Heinen im Auftrag von Dr. Manfred Stolpe