Zum Flughafenstandort Berlin-Schönefeld

· 13. November 2010   - 

Sehr geehrter Herr Schindler,

Ihren Überlegungen zum Flughafenstandort bin ich sehr nahe gewesen. Einig waren
sich die Flughafenpartner Bund, Berlin und Brandenburg über die Notwendigkeit eines
leistungsfähigen Flughafens, der Tegel, Tempelhof und Schönefeld ersetzen könnte.

Der Standort war umstritten. Ich war für Jüterbog als Kooperationsangebot an Sachsen.
Sachsen wollte Leipzig ausbauen und lehnte ab. Dann habe ich für Sperenberg geworben.
Der Bund war offiziell aus Kostengründen dagegen, fürchtete aber wohl auch eine künftige
Beeinträchtigung von München, da in Sperenberg kein Nachtflugverbot bestehen würde.
Berlin fürchtete, dass seinen Flugpassagieren Sperenberg zu weit sei. Nur in einem
gemeinsamen Land Berlin-Brandenburg wäre Sperenberg durchsetzbar. Als die Fusion
Berlin-Brandenburg im Mai 1996 scheiterte, hielt Berlin den Standort Sperenberg nicht mehr
für durchsetzbar.

Brandenburg konnte nicht allein Sperenberg bauen und beugte sich der Mehrheit der
Anteilseigner. Denn der Bau eines neuen Flughafens war für die Region zwingend nötig.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Stolpe