Laudatio zum Felix Burda Award 2010 in der Kategorie „Public Prevention“ am 19. April 2010 in Berlin. Der Award in der Kategorie Public Prevention ging an: Ulla und Dr. Gunter Fay, von der Staberg Apotheke Lüdenscheid und der Stadt Apotheke Werdohl

Sehr verehrte Frau Dr. Maar! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

„Wenn es um Darmkrebs geht, hört bei mir der Spass auf“, ruft uns der Comedian Hans Werner Olm zu und Recht hat er!
Ich weiß, wovon ich rede.

Völlig unvorhergesehene Diagnose Darmkrebs, mitten im Trubel harter beruflicher Herausforderungen, Operationen, Chemotherapien und heftigen Nebenwirkungen, düstere Prognosen behandelnder Ärzte und Ängste für die ganze Familie! Damit das vielen Menschen erspart bleibt, würdigt der Felix Burda Award die Arbeit von Menschen, die sich gegen Darmkrebs engagieren. Herzlichen Dank allen, die mitwirken und insbesondere Ihnen, Frau Dr. Maar, die diese Aktion ins Rollen brachte! Durch Sie wurde auch ich zur Vorsorgeuntersuchung angeregt und bin noch am Leben.

Sie messen der Aufklärung über Darmkrebsvorsorge besondere Bedeutung zu bei Menschen, die sich nicht erkrankt fühlen und ihren Alltagsgeschäften nachgehen.
Das braucht Public Prevention so, wie es unsere Preisträger in vorbildlicher Weise angepackt haben. Denn in die Kampagne der beiden Apotheken wurde eine beachtliche Zahl lokaler Partner eingebunden. Unter dem Slogan „Lüdenscheid und Werdohl gegen Darmkrebs“ wurden Kindergärten, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Selbsthilfegruppen, Medien, Firmen und Betriebsräte, die Bürgermeister, nahezu sämtliche lokale Institutionen in die Werbung für Vorsorge integriert.
Auf öffentlichen Plätzen konnte das begehbare Modell „Faszination Darm“ genutzt werden, in dem sogar Biologie-Unterricht abgehalten wurde. So macht Vorsorge Spaß, wie Sie Ihr Motto nannten!

Die Aktion wird fortgeführt. Und neben Darmkrebsprävention ist auch die Vorsorge für andere Krebserkrankungen geplant.

Die Jury lobt insbesondere den hoch professionell geplanten, integrierten Ansatz der Kampagne, die von den beiden Apotheken gesteuert wird.

Ihre Arbeit, liebe Preisträger, hat Modellcharakter, setzt Maßstäbe und geht weit über das hinaus, was man selbst von einer so rührigen Apotheke wie Sie erwartet hätte, die so schon Woche für Woche ein umfangreiches Gesundheits-Aufklärungs-Programm durchführt.

Der Felix Burda Award 2010 in der Kategorie Public Prevention geht zu Recht an Ulla und Gunter Fay sowie ihre Apotheken-Teams.

Herzlichen Glückwunsch!

Hochverehrter Herr Bundespräsident von Weizsäcker,

Sie sind der Glückfall der deutschen Nachkriegsgeschichte, und ich freue mich, Ihnen mit vielen Millionen Menschen in Deutschland und in der Welt heute zum 90. Geburtstag zu gratulieren!

Sie haben vom Zusammenbruch Deutschlands bis zu seiner Wiedervereinigung bis heute mitten im Leben gestanden, den Menschen zugehört, Rat und Hilfe gegeben, Mut und Hoffnung verbreitet, aber immer wieder erinnert, dass Gottes Wege weiterführen als Kleinmut oder Ideologie erwarten. Sie haben die Deutschen zusammengehalten und waren dabei wirksamer als andere Politiker!

Ich hatte das große Glück, Sie vom Mauerbau bis zum Mauerfall immer wieder persönlich zu erleben. Ihre Klarheit, Ihre unmissverständlichen und doch sympathisch zurückhaltenden Orientierungen haben mich stark motiviert mitzuhelfen, um die Gemeinschaft der Deutschen zu erhalten, Wege menschlicher Erleichterungen zu suchen und neue Chancen zu ergreifen.

Danke, dass Sie Ziele gesehen haben und vorangegangen sind.

Gott erhalte Sie noch lange Jahre!
Manfred Stolpe

Sehr verehrte Dagmar Frederic,

heute haben Sie einen besonderen Geburtstag, und ich gratuliere Ihnen als der beliebtesten Künstlerin unserer Region von ganzem Herzen!

Im Fernsehen reißen Sie alle Quoten hoch, bei Veranstaltungen füllen Sie die Säle, Jeder und Jede sind glücklich, Sie zu erleben. Denn die Menschen genießen Ihre großen künstlerischen Fähigkeiten, sind begeistert von Ihrer Vielseitigkeit als Sängerin und Entertainerin sowie Ihre beeindruckenden Menschlichkeit. Sie haben im grauen DDR-Alltag Fröhlichkeit verbreitet und damals wie heute den Menschen Mut gemacht, Hoffnung gestärkt.

Dagmar Frederic ist neben Regine Hildebrandt die wichtigste Frau unserer brandenburgischen Zeitgeschichte!

Für all das danke ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen und Ihrer Familie Glück, Freude und Gesundheit.

Mit herzlichen Grüßen
Manfred Stolpe

Grußwort zur Übergabe des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes von Oberst Dr. Hans Ehlert
an Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack am 22. 3. 2010 im Nikolaisaal Potsdam

Bitte erlauben Sie in Wort des alten Brandenburgers Manfred Stolpe an den neuen Brandenburger Hans Ehlert. Seit der Askanier Albrecht der Bär vor 850 Jahren die Mark Brandenburg entwickelte, lebt dieses Land auch von tüchtigen Zuwanderern. Sie halfen Städte zu bauen, Klöster zu errichten, Landwirtschaft zu modernisieren..
Ohne neue Zuwanderer wäre Brandenburg nach dem 30-jährigen Krieg verödet.

Und eine umsichtige Einwanderungs-Politik der Hohenzollern machte Brandenburg stark in Europa! Oft waren die Zuwanderer besonders gute Brandenburger, erkannten als Hinzukommende leicht die Vorzüge, gaben Denkanstöße, bauten auf und vertraten wirksam ihre neue Heimat nach außen.

Hans Ehlert ist ein Aufbauhelfer Brandenburgs. Er kam – er bleibt und er schuf mit an einem
exzellenten wissenschaftlichen Forschungsinstitut, das einen geachteten Platz im Kreis der außeruniversitären historischen Forschungseinrichtungen hat! Doch Hand Ehrlert wollte keinen wissenschaftlichen Elfenbeinturm fernab von den Lebenswirklichkeiten. Mit seinem Einsatz wurde hier Militärgeschichte als Arbeits- und Orientierungshilfe in neuen geopolitischen Herausforderungen erforscht, wurden Expertisen für die politische und militärische Führung erstellt.

Hilfreich ist auch die faire, objektive wissenschaftliche Aufarbeitung der Militärgeschichte der DDR. Hier hat Hans Ehlert einen großen persönlichen Anteil. Mit der Analyse der Zusammenhänge von Militär und Gesellschaft hat er einen wichtigen Beitrag zum Verständnis dieses Teils deutscher Geschichte geleistet. Das hilft mehr zur inneren Einheit in Deutschland als andauernde Aburteilungen, die häufig einen Teil der tatsächlichen Zusammenhänge ausblenden.

Wichtig war auch der Schritt dieses Institutes in die Öffentlichkeit. Große Resonanz haben die Vortragsveranstaltungen gefunden. Die Freigabe der Bibliothek für zivile Nutzer unterstreicht dies zusätzlich. Heute hat das MGFA in der Villa Ingenheim einen hohen Stellwert als Kulturträger im brandenburgischen gesellschaftlichen Leben.

Sie, Herr Oberst Ehlert,
haben immer auch den Blick für den Zusammenhang deutscher Militärgeschichte und regionaler Bezüge. Das betrifft die große Zahl von Kriegstoten in den letzten Wochen des 2. Weltkrieges in Brandenburg. Hunderttausende Tote, Deutsche, Russen, Weißrussen, Ukrainer, Polen und viele Menschen anderer Nationen waren die Opfer der schwersten Kämpfe auf deutschem Boden.

Opfer die vermieden worden wären, wenn die Frauen und Männer aus der Potsdamer Garnisonkirchengemeinde am 20. Juli 1944 Erfolg mit dem Attentat auf Hitler gehabt hätten. Ich bin sehr dankbar, dass Sie diese Dimension des Wiederaufbaus der Garnisonkirche sehen. Denn hier wurde Deutschlands Ehre gerettet und hier kann die bleibende Aufgabe gezeigt werden, dem Unrecht, der Willkür zu widerstehen.

Herr Oberst Hans-Hubertus Mack wird als neuer Chef des MGFA im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche mitarbeiten. Herzlich willkommen in Ihrer neuen Funktion! Es ist gut, dass eine Persönlichkeit wie Sie – südlich der Main-Linie geprägt – nur hier in Deutschlands Norden Verantwortung trägt! Aber das ist kein Neuland für Sie – und ich bin sicher, dass Sie die großen Aufgaben dieses Hauses erfolgreich weiterführen werden.

Glück auf!

Mit Herrn Hans Ehlert geht ein unermüdlicher Arbeiter aus dem Geschirr laufender Verpflichtungen in die Lebensphase der fast unbegrenzten Freiheiten. Sie werden schnell erfahren, wie viele neue Anforderungen auf Sie zukommen! Ich wünsche Ihnen und uns, dass genügend Zeit zur Erforschung auch unserer Geschichte bleibt. Vielleicht treffen wir uns einem in der Bibliothek dieses Hauses. Sicher werden Sie auch noch viele Anregungen für das zivil-militärische Zusammenwirken in Brandenburg geben.

Auch Ihre Bindung in unserer Evangelischen Kirche wird Sie fordern. Nicht nur wegen der Militärseelsorge, sondern auch zur Mitwirkung im Gemeindeaufbau. Denn, meine Damen und Herren, die Zuwanderer der letzten 20 Jahre sind eine deutliche Verstärkung unseres kirchlichen Lebens!

Verehrte Frau Ehlert, lieber Oberst Ehlert, schön, dass Sie Brandenburger geworden sind!
Gott segne Ihr freischaffendes Leben in unserem Land!

Ingrid und Manfred Stolpe: Wir haben noch so viel vor
Unser gemeinsamer Kampf gegen den Krebs
221 Seiten
erschienen 2010 bei Ullstein-Buchverlag Berlin

Vorwort

Dieses Buch wollten wir eigentlich gar nicht schreiben. Denn es geht darin um unser ganz persönliches Leben, das wir immer nur sehr ungern in der Öffentlichkeit ausgebreitet haben. Und es geht um das Thema Krebs – eine Krankheit, die uns beide hart traf. Eine Krebserkrankung lässt einen zu Tode erschrecken, verschlägt einem die Sprache – und viele Betroffene schweigen lieber. Krebskranke fürchten, ausgegrenzt und abgeschrieben zu werden, viele empfinden die Diagnose „Bösartiger Tumor“ als Todesurteil. Kaum jemand spricht gerne über seine Ängste, seine Unsicherheit. Die Ursachen einer Krebserkrankung sind vielfältig und teilweise unklar, die Behandlungsmethoden verzeichnen zwar inzwischen Erfolge, eine vollständige Heilung gibt es aber bislang nicht. Mit dem Krebs leben zu müssen ist sehr belastend für die Patienten und ihr Umfeld.

Wir haben dieses Buch dennoch geschrieben, weil wir erlebt haben, wie viele Betroffene den Erfahrungstausch suchen. Wir sind in unserem bewegten Leben immer wieder von Menschen zu den verschiedensten Themen angesprochen worden. Doch nie so häufig und eindringlich wie nach dem Bekanntwerden unserer Krebserkrankung. Das Bedürfnis, sich mit anderen auszutauschen, zuzuhören und zu reden, ist enorm groß. Vielen Betroffenen reicht es nicht, das Mitleid der Gesunden und die Ratschläge der Fachleute zu hören, sie möchten teilhaben an den Ängsten, Schmerzen und Hoffnungen der Weggefährten.

So entschlossen wir uns, öffentlich über unsere Erfahrungen mit dem Krebs zu berichten und auch das Lebensumfeld darzustellen, in dem unser Leiden entstanden ist und ausgehalten wird. Wir hoffen, dass unsere Erlebnisse anderen Krebskranken Mut machen in dunklen Stunden der Schmerzen, Ängste und Ratlosigkeit. Wir wissen auch um die Heimtücke der Tumore, die jahrelang unbemerkt heranwachsen, die Körper der Menschen zerstören und sich mit Schmerzen und allgemeiner Hinfälligkeit oft erst dann melden, wenn das Leben nicht mehr zu retten ist. Beide haben wir erlebt, wie wichtig deshalb Vorsorgeuntersuchungen gerade bei völlig gesund wirkenden Menschen sein können. Eine im Frühstadium erkannte Krebserkrankung hat heute sehr gute Chancen, erfolgreich eingedämmt zu werden. Die moderne Medizin, ausgestattet mit Präzisionstechnologie, spürt bei vergleichsweise geringen Belastungen für die Patienten auch winzige Tumore auf und verfügt über wirksame Therapieverfahren.

Die Mühsal der Untersuchungen ist verschwindend gering im Vergleich zu den Behandlungen bei einem zu spät erkannten Krebsleiden. Deshalb raten wir allen Menschen dringend, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Die Brustkrebsvorsorge übernehmen Krankenkassen bei allen Frauen ab dreißig Jahren, ein jährlicher Darmkrebs-Check wir bei Patienten ab fünfzig bezahlt.
Wenn es uns gelingt, mit unserem Erfahrungsbericht einigen Krebskranken Hoffnung zu geben und andere zur Vorsorgeuntersuchung zu bewegen, dann hat sich dieses Buch, dieser Schritt in die Öffentlichkeit schon gelohnt.